Krebse Wirbellose Wissen

Die Haltung von Cherax cf. monticola

Cherax Aquarium Raphael Bornemeier
Cherax-Aquarium, Bild: Raphael Bornemeier

von Raphael Bornemeier

Ich pflege verschiedene Arten von Krebsen in meinen Becken.

Angefangen hat es mit einem Cherax pulcher. Dann auf einmal ging alles ganz schnell: Cherax destructor, Cherax cf. monticola und dann noch Cherax peknyi.

Heute gehe ich auf den Cherax cf. monticola ein. Eine Art, über die man selten etwas liest, geschweige denn Bilder findet. Nun, was ist es denn für ein Tier, dieser cf. monticola? Es ist ein von der Anatomie her gewöhnlicher Cherax, also ein papuanischer/indonesischer Flusskrebs.

Cherax cf. monticola Farbformen
Farbformen von Cherax cf. monticola, Bilder: Chris Lukhaup

Welche Farbe hat er? Tja … das ist immer so eine Sache mit der Färbung. Die monticola sind da, sagen wir mal, etwas freizügiger und legen sich nicht so richtig fest. Es gibt sie in braun, rot und in einem bläulichen Farbton, der bis zu einem intensiven Nachtblau gehen kann.

Sozialverhalten: Nun, da ich, wie eingangs schon beschrieben, ein paar Vertreter dieser Art habe, kann ich sagen, das die monticola etwas merkwürdig sind. Als die beiden jungen Tiere bei mir einzogen, war erst einmal Ruhe im Becken. Nach zwei Tagen dann liefen die beiden nebeneinander durch das Becken, ich würde nun nicht soweit gehen und sagen Schere an Schere, aber es sah schon arg verdächtig nach „Händchenhalten“ aus.

11653414_10207132490893258_350588216_n
Bild: Raphael Bornemeier

Und nun 4 Wochen später … was soll ich sagen, sie ist tragend, er weicht ihr nicht von der Seite. Zusammen in einer Höhle sitzen sie, und wenn einer die „Hütte“ verlässt, kommt der andere sofort nach. Die Eier sind zweifarbig, also schaut es wohl so aus, als wenn es klappen würde.

Bei mir leben die Krebse mit Garnelen zusammen. Ausfälle konnte ich keine beobachten. Ebenso gehen sie bei mir nicht an die Pflanzen. Da Krebse aber Charaktertiere sind, bin ich mit solchen Aussagen immer etwas vorsichtig. Auch untergraben meine Tiere nicht, aber einen sicheren Stand sollten Aufbauten auf jeden Fall haben.

11655100_10207132488293193_1539557272_n
Bild: Raphael Bornemeier

Kommen wir nun zur Behausung: Da Krebse wenig schwimmen, dachte ich mir schon bei meinem ersten Becken, welch eine Verschwendung. Ein Besuch bei meinem Aquarienbauer meines Vertrauens hat mich dann darauf gebracht, mir die Becken anfertigen zu lassen. 80 lang, 45 tief, 25 hoch. Bei einer Endgröße von 10-12 cm ohne Scheren sollte das Becken mindestens 80 cm * 40 cm sein. Die Grundfläche des Beckens ist in der Krebshaltung entscheidend. Die Literzahl ist ein Indiz der Größe, mehr aber auch nicht. Mehr als ein Pärchen sollte man in einem Becken, welches die Mindestanforderungen erfüllt, allerdings nicht halten.

Beleuchtung: Die Beleuchtung kann theoretisch komplett außer Acht gelassen werden, da diese Tiere nur selten am Tag herauskommen. Abends, wenn das Licht im Becken aus ist, dann trauen sie sich mal vor ihre „Türe“.

Futter: Ich persönlich füttere JBL Novo Crabs bei. Und ich habe in all meinen Becken immer reichlich Laub für den Hunger für zwischendurch. Es sind Allesfresser, und ich könnte mir vorstellen, dass bei entsprechendem Anreiz eine Vergesellschaftung mit Fischen auch zu Ausfällen des Bestandes kommen könnte.

Empfohlene Wasserwerte:

Wassertemperatur: 20 bis 24 °C, reagiert empfindlich auf niedrigere Temperaturen
pH: 6,5-7,5
GH: bis 25
KH: bis 25

Bei meinem Krebsbecken mische ich Black Water Powder mit bei. Ebenso eine kleine Prise eines Mineralpulvers mit der Zusammensetzung: Muschelmehl, Na + Ca Carbonate, Calzium, sowie weitere Spurenelemente. Bindemittel: E 558 Bentonit-Montmorillonit

Das hat den Vorteil, dass ich seitdem bei den Mischern keine Häutungsprobleme im Becken habe. Ob es als Wundermittel zu betrachten ist, weiß ich nicht, aber es schadet nicht.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *