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Die Verwendung von Regenwasser im Aquarium

Viele Garnelenarten brauchen weiches Wasser – und unser Leitungswasser in Deutschland variiert zwar von Region zu Region und Stadt zu Stadt (manchmal sogar von Straßenzug zu Straßenzug), überwiegend ist es jedoch mittelhart bis hart und damit für Weichwassergarnelen eher weniger geeignet. Je nach Wasserversorger kann das Wasser in den Werten stark schwanken, weil es unterschiedlich gemischt wird, und in landwirtschaftlich genutzten Regionen hat man kurz nach der Düngesaison gern auch erhöhte Nitratwerte im Wasser. Mancher Aquarianer hat auch schon üble Überraschungen erlebt, wenn das Leitungswasser wegen erhöhter Bakterienwerte gechlort oder mit kolloidalem Silber behandelt wurde. Viele möchten deshalb „weg vom Leitungswasser“, haben aber gewisse Berührungsängste bei Osmoseanlagen oder Vollentsalzern (die ersten produzieren doch recht viel Abwasser, zweitere muss man ab und an mit Säure und Lauge regenerieren).

Nun fällt Regenwasser ja weitgehend rein und ohne Beimischungen vom Himmel … könnte man nicht auf Regenwasser ausweichen …?

Leider können sich in Regenwasser Schadstoffe aus der Luft sammeln – ganz so rein und ohne Beimischungen kommt es nicht überall vom Himmel. In stark industrialisierten Gebieten oder direkt neben Flughäfen sollte man es sich zweimal überlegen, aber wenn man eher ländlich wohnt, kann Regenwasser durchaus eine Alternative darstellen.

Auch vom Dach, aus der Regenrinne und der Wassertonne werden möglicherweise Substanzen gelöst. Betondächer zum Beispiel können beeindruckende Härtewerte hinterlassen! Dachrinnen aus Kupfer oder Aluminium sind gefährlich, wenn sie noch neu sind. Ist das Metall erst einmal oxidiert, sollte sich nicht mehr viel lösen. Besser sind jedoch chemisch vollkommen inerte Materialien. Wasser von geteerten Dächern eignet sich auf gar keinen Fall!

Dachrinnen und Fallrohre sollten ebenso wie die Wasserfässer öfters gereinigt werden, um Wasserbelastungen zu verringern. Grade in Wasserfässern sammelt sich unglaublich viel Zeug an. Um dem ein bisschen Einhalt zu gebieten, kann man die Fassöffnung beispielsweise mit einer feinen Gardine überspannen, die Getier, Laub und sonstiges gar nicht erst ins Behältnis lässt.

Im Frühling sollte man während der ärgsten Pollenzeit die Regenfässer komplett verschließen und kein Wasser sammeln, der fliegende Blütenstaub wird mit dem Regen aus der Luft gewaschen und kann für erstaunliche NH4-Werte im Wasserfass sorgen.

Hat man nah dem Regenfass einen Stromanschluss, kann man gegen Schadstoffe aus der Luft einfach in der Nacht vor dem Wasserwechsel einen Innenfilter mit Aktivkohle mitlaufen lassen. Achtung, täglich durchschütteln, damit die Oberfläche der Aktivkohle von Bakterienfilmen frei bleibt! Besitzt man eine Pumpe, die entsprechend „Dampf“ hat, kann man das Wasser alternativ auch durch einen Reiserfilter drücken.Das so gereinigte Regenwasser wird dann mit entsprechenden Mineralsalzmischungen aufgesalzen und erhält so optimale Werte für die gehaltenen Garnelen.

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