Algen Für Einsteiger Schnecken Wirbellose Wissen

Neritina pulligera richtig auffüttern

Text und Fotos: Roland Emmenlauer

Neritina AlgensteinNeritina pulligera sind kein Erstbesatz in einem Aquarium, im Gegenteil, oft kommen sie schon ausgehungert in die Shops. Sind sie fit, kann man sie im Aquarium auch an Kunstfutter gewöhnen. Für den Anfang brauchen sie aber zwingend Algen. Ideal ist vergrüntes Hartsubstrat. Wer das nicht bieten kann, dem empfehle ich folgende Alternativen, um sie tiergerecht zu ernähren: Zuerst selbstgemachte „Algensteine“. Diese werden sehr gern angenommen und in kürzester Zeit abgeweidet. Algensteine herstellen ist sehr einfach.

Algenstein SchaleMan nehme eine Glasschale. Hinein kommen glatte Flusskiesel und Aquarienwasser. Das Ganze auf die Sonnen-Fensterbank gestellt ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Steine „reif“ sind.

Alternativ gibt es weitere Möglichkeiten, welche von meinen Schnecken von Anfang an sehr gern angenommen werden. Dazu zählt im Wald gesammeltes zerfallendes Herbstlaub wie Buche und Weichholz, überbrüht und anschließend in einem „Laubaufguss“ vorbereitet. Dazu das überbrühte Herbstlaub in einen Eimer mit Aquarienwasser geben, hinein kommt ein Sprudelstein. Nach zwei Wochen hat sich ein Bio-Film gebildet, der von allen Wirbellosen gern gefressen wird, auch von den Napfschnecken.

Wer es noch einfacher möchte, der besorgt sich ein weiches Stück Moorkienholz. Je weicher und leichter, umso besser. Sollte es noch lange schwimmen, kein Problem, es reicht, wenn es die Aquarienscheibe berührt, die Napfschnecken finden es und fressen daran. Wenn man mit dem Fingernagel Kerben reindrücken kann ist es genau richtig.

Zwischen den Mahlzeiten versammeln sich die Pulligera gern in Gruppen an einer abgedunkelten Stelle, zum Beispiel unterhalb von einem Innenfilter, um zu ruhen. Sind sie rund und satt erkunden sie das Becken und lassen sich dabei auch an Kunstfutter gewöhnen, fressen dann auch unvorbereitetes Laub und Detritus. Wenn der Fuß, von unten betrachtet, in etwa so groß ist wie das Haus, hat man alles richtig gemacht. Bis es soweit ist, müssen die pulligera umgedreht werden, wenn sie auf den Rücken gefallen sind. Eine starke Schnecke fällt normalerweise nicht von der Scheibe. Wenn doch einmal, dann dreht sie sich aktiv um.

Pulligera nachtsBei mir bekommen sie zur Begrüßung einen 30 Liter Cube, den ich genauso wie Algensteine auf der Fensterbank vergrünen lasse. Sobald keine Schnecke mehr von der Scheibe fällt, dürfen sie umziehen. Diese Begrüßungs-Snack-Phase nutze ich zur täglichen und nächtlichen Inspektion, ob sie Planarien oder andere Mietnomaden mitgebracht haben. Eine gute Taschenlampe kann dabei sehr hilfreich sein.

Sollen die aufgesättigten Neritina pulligera umgesetzt werden, gibt es einen Tipp, der es sowohl der Schnecke als auch dem Halter leichter macht. Man fasst die Schnecke am Haus und gibt ihr durch einen leichten Druck in eine Richtung einen Impuls. Die Schnecke braucht bis zu 30 Sekunden, bis sie reagiert, wenn dieser leichte Druck aufrecht erhalten wird. Zuletzt zieht sie ihren Fuß ins Haus zurück und man kann sie ganz leicht von der Scheibe abnehmen und umsetzen.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *