Allgemein

Procambarus fallax f. virginalis

Marmorkrebs

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Der Marmorkrebs wurde erst 2010 der Art Procambarus fallax zugeordnet, die ursprünglich aus dem Süden der USA stammt. Den Zusatz f. virginalis trägt er, weil es beim Marmorkrebs anders als bei Procambarus fallax ausschließlich weibliche Tiere gibt, die sich durch Jungfernzeugung vermehren, also im Prinzip klonen. Obwohl die Tiere genetisch alle identisch sind, weisen sie individuell unterschiedliche Zeichnungsformen auf.

Die ersten Marmorkrebse wurden in Deutschland im Aquarium entdeckt.

Neben seiner großen Zähigkeit und Toleranz gegenüber Temperatur und Wasserqualität macht seine besondere Fortpflanzungsbiologie den Marmorkrebs zu einer großen Bedrohung unserer natürlichen Fauna. Diese Tiere dürfen auf gar keinen Fall ausgesetzt oder als Angelköder verwendet werden (als der sie oft verkauft werden). Marmorkrebse vermehren sich sehr gut, und da sie zur Produktion von Nachwuchs kein zweites Tier benötigen, reicht auch ein Krebs alleine für eine Überbevölkerung aus. Man sollte sich sehr gut überlegen, ob man sich einen solchen Krebs anschafft, und bereits vor der Anschaffung abklären, wohin man den Nachwuchs verantwortungsvoll abgibt. Des weiteren ist der Marmorkrebs als ursprünglich amerikanischer Krebs ein potentieller Träger der Krebspest und darf als solcher ebenfalls auf keinen Fall in die Natur bzw. in Aquarien mit nicht-amerikanischen Krebsen gelangen.

Zu erkennen ist der Marmorkrebs an seinem gefleckten Carapax (oft mit „Blümchenmuster“) und an den relativ kleinen Scheren sowie an den eng zusammenlaufenden Rückenfurchen.

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[tab_item title=“Haltung“]

Vergesellschaftung:

Der Marmorkrebs gilt als verhältnismäßig friedliche Krebsart, die man mit Fischen und Garnelen vergesellschaften kann. Trotzdem sollte man damit rechnen, dass hin und wieder Garnelen oder Fische verschwinden.

Schnecken werden mit Begeisterung geknackt und gefressen.

Da alle nordamerikanischen Krebse potentielle Krebspestüberträger sind, dürfen europäische oder australisch-ozeanische Krebse niemals mit ihnen vergesellschaftet werden oder in Kontakt mit Wasser kommen, in dem amerikanische Krebse gehalten wurden – sie haben dieser Krankheit nichts entgegenzusetzen!

Empfohlene Wasserwerte

Wassertemperatur: 5 – 30°C
pH: 6-8
GH: bis 20
KH: bis 20

Beckengröße:

Ab 80 cm, besser aber 100 cm. Das Becken sollte viele Versteckmöglichkeiten bieten. Da Procambarus den vertikalen Raum des Becken kaum nutzen, ist auf eine möglichst große Grundfläche zu achten. Marmorkrebse graben, darum ist im Becken auf die sichere Verankerung von schweren Dekoelementen zu achten.

Achtung, Krebse sind Ausbruchskünstler, das Becken sollte also wirklich lückenlos abgedeckt sein!

Futter:

Die Tiere ernähren sich omnivor, jagen aber nicht aktiv nach Fischen, oder andern Bodenbewohnern. Tote oder kranke Fische werden hingegen nicht verschmäht. Pflanzliche Kost und Flockenfutter werden gut angenommen. Weitere Hinweise findet ihr in der Futterliste für Astacidea (Krebse).

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[tab_item title=“Vermehrung“]

Geschlechtsunterschiede:

Nur weibliche Tiere.

Größe: in Ausnahmefällen bis 15 cm

Vermehrung:

Durch Jungfernzeugung, ein einzelner Krebs sorgt bereits für Nachwuchs.

Zucht:

Sehr einfach. Der Krebs trägt bei Zimmertemperatur ca. alle drei bis sechs Wochen 100 bis 400 Eier unter dem Pleon, die nach ca. 2 bis 4 Wochen schlüpfen. Die Jungkrebse sind kannibalisch.

Nach ca. vier Monaten sind sie ihrerseits geschlechtsreif.

Weiterführende Links:

http://www.edelkrebsprojektnrw.de/content/vorstellung_marmorkrebs.php

Chucoll, C., Morawetz, K. & Gross, H. (2012): The clones are coming – strong increase in Marmorkrebs [Procambarus fallax (Hagen, 1870) f. virginalis] records from Europe.

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