Garnelen Wirbellose Wissen

Wildfanggarnelen

Immer wieder kommen aus der Natur entnommene Garnelen ins Hobby – eine willkommene und oft sehr attraktive Ergänzung zu den standardmäßig verbreiteten Tieren. Wildfänge sollten jedoch ein wenig anders behandelt werden als Tiere, die schon seit Generationen im Aquarium gepflegt werden. Die Tiere sind vom Transport und den damit zusammenhängenden Wasserwertschwankungen stark gestresst und sollten mit Vorsicht angefasst werden.

Ist schon bei neu zugekauften Tieren aus Züchterhand eine Quarantäne sinnvoll, so ist sie bei Wildfängen unabdinglich! Auf keinen Fall dürfen frisch importierte Wildfangtiere zu einem anderen Stamm ins Aquarium gesetzt werden. Ihr ohnehin nur rudimentär vorhandenes Immunsystem ist durch den Transport start geschwächt, sie wären leichte Beute für Keime. Des weiteren bringen Tiere aus der Natur ab und zu auch Untermieter mit – Saugwürmer, Ellobiopsidae, Kratzer, Bakterien, Pilze, … -, die man seinen alteingesessen Tieren gern ersparen würde. Daher – ab in das Extrabecken ohne Anschluss an den restlichen Filterkreislauf.

Das Quarantänebecken für Wildfänge sollte möglichst keimarm und gut eingefahren sein. Dichte Bepflanzung und eine aufwändige Dekoration verbieten sich von selbst. Tote Tiere oder Parasiten sollten erkenn- und leicht entfernbar sein, und zwar in allen Winkeln. Bodengrund ist ein Kann, kein Muss. Außerdem sollten die Wasserwerte in etwa denen in den natürlichen Habitaten der Wildfänge entsprechen. Es wäre utopisch zu glauben, dass das Transportwasser, in dem sie sitzen, noch dasselbe ist wie das im Biotop, daher empfiehlt sich eine langsame tröpfchenweise Anpassung ans Aquarienwasser. Ein eingefahrener Filter ist von Vorteil, man kann aber auch jeden Tag ca. 50% Wasser wechseln – immer mit angepasstem Wasser!

Die prophylaktische Gabe von Antibiotika ist nicht zu empfehlen. Zur Vorbeugung kann beispielsweise mit getrocknetem Fenchelgrün gefüttert werden. Bei akuten Problemen sollte man aber behandeln können (bitte fragt euren Tierarzt nach geeigneten Medikamenten!).

Ein paar gut gewässerte Herbstblätter sind im Aquarium von Vorteil. Tiere in der Natur kennen schließlich keine Futtertabletten. Man kann vorsichtig versuchen, auch Kunstfutter zuzufüttern. In der Regel wird es nicht verschmäht – Garnelen sind als Destruenten meist wenig wählerisch. Regelmäßige Wasserwechsel mit angepasstem Wasser, ein waches Auge ihres Besitzers, hochwertiges Futter und frühzeitiges Eingreifen bei Problemen sichern den Wildfängen einen mehr oder weniger reibungslosen Übergang ins Aquarienleben.

Ein Tipp von Jürgen Ideker von Garnelenklick:

Wasserstoffperoxid kann man nutzen, um Keime in einem noch unbesetzten Becken abzutöten, um die eh schon gestressten Tiere zu entlasten. Dosierung:25ml 10%-iges H2O2 auf 100 l Wasser ohne Fische und Pflanzen.

Nach etwa 8 Stunden kann man danach Tiere einsetzen, da sich das H2O2 in Wasser und Sauerstoff auflöst – und man braucht keinen Wasserwechsel machen.

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