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Wirbellose erlösen

Das Erlösen von Tieren ist ein heikles, emotionsbeladenes Thema. Grundsätzlich gilt natürlich auch bei unseren Wirbellosen das Tierschutzgesetz, das verbietet, einem Tier vermeidbare Schmerzen und Leiden zu bereiten. Mittlerweile hat die Wissenschaft herausgefunden, dass beispielsweise Krebse Schmerzen und sogar Angst empfinden können, was das Thema nochmals brisanter macht und manche Methoden von vornherein indiskutabel erscheinen lässt.

Schnell sollte die Tötung sein, soweit besteht Einigkeit, und möglichst schmerzfrei. Außerdem sollte das Tier so wenig Stress wie möglich ausgesetzt sein.

Ein absolutes No Go wäre beispielsweise das Hinunterspülen in der Toilette. Die Tiere sterben ja nicht, nur weil man sie nicht mehr sieht. Im Gegenteil, sie leben noch eine ganze Weile, um dann im Abwasser elend zu verrecken. Ein verantwortungsvoller Halter kann so einen Tod nicht wollen. Weiterhin besteht (insbesondere bei Schnecken und Schneckenlaich) die Gefahr, dass die Tiere unter Umständen in die Natur entkommen können. Hier droht Faunenverfälschung – die um jeden Preis zu vermeiden ist! In dieselbe Kategorie fällt: „Fenster auf – Schnecke raus – Fenster zu“. Geht gar nicht, da für die Tiere mit erheblichem Stress und Schmerzen verbunden!

Aus der Küche bekannt ist das Töten von Krebsen mit Hilfe von kochendem Wasser. Die Tiere werden mit dem Kopf zuerst in den Kochtopf geworfen – und hier kommen wir schon zu einem großen Kritikpunkt: Ein Blick auf die Anatomie von Krebstieren zeigt uns, dass das Zerebralganglion bei Krebstieren eher im unteren Bereich des Cephalothorax liegt. Teile des Krebses befinden sich also schon im kochenden Wasser, bevor er wirklich tot ist. Gerade bei größeren Krebsen führt diese Methode zu vermeidbaren Schmerzen und Stress und ist daher ebenfalls abzulehnen. Auch für Garnelen und Weichtiere wie Muscheln und Schnecken gibt es geeignetere Methoden.

Ebenso ist das Einfrieren von Wirbellosen ohne vorherigen Kälteschlaf wenig tierfreundlich. Auch hier kann man nicht ausschließen, dass die Tiere Stress und Schmerzen erleiden, da sie dem Prozess des Gefrierens ohne Betäubung ausgesetzt sind.

Wie bei kleinen Fischen den Kopf abzuschneiden ist aufgrund des Strickleiter-Nervensystems bei Wirbellosen ebenfalls umstritten. Durch diese Nervenstruktur lässt sich nicht ausschließen, dass die Tiere bei dieser Methode Schmerzen und Stress empfinden.

Eine ganz natürliche Art und Weise wäre das Verfüttern von kleinen Wirbellosen an größere Raubfische oder Schildkröten.

Sehr einfach und gründlich ist auch das Erschlagen zwischen Zeitungen mit einem Hammer – bei kleineren Wirbellosen wie Garnelen oder kleinen Schnecken. Es geht sehr schnell, hat allerdings den Nachteil, dass die Tiere Stress haben, wenn sie aus dem Wasser genommen werden. Für große Schnecken oder solche mit hartem Gehäuse und bei Muscheln, Krebsen und Krabben empfiehlt sich diese Methode selbstredend nicht.

Eine weitere sehr schnelle und damit recht empfehlenswerte Möglichkeit wäre, kleinere Tiere schockzufrosten. Dazu stellt man eine gesättigte Salzlösung her: normales Kochsalz wird in heißes Wasser gegeben, bis sich nichts mehr löst und ein paar Salzkörner dauerhaft auf dem Boden des Gefäßes liegen, ohne in Lösung zu gehen. Das Salzwasser lässt man abkühlen und stellt es dann für mehrere Stunden in den Gefrierschrank – optimalerweise in ein 5-Sterne-Gefrierfach. Die Salzlösung gefriert nicht, wird aber sehr kalt (je nach Gefrierschranktemperatur). Eine Garnele, ein kleiner Krebs, eine kleine Krabbe oder eine kleine bis mittelgroße Schnecke, die oder der in diese Lösung gesetzt wird, gefriert sofort durch und ist tot. Bei größeren Tieren kann man leider nicht ausschließen, dass sie dabei nicht doch Schmerzen spüren, weil sie aufgrund ihrer größeren Masse länger zum Durchgefrieren brauchen. Nachteilig ist bei dieser Methode des weiteren, dass das Vorbereiten des kalten Wassers eine ganze Weile dauert – sie ist also nichts für Nottötungen, es sei denn, man hätte immer eine Schüssel Eis-Salzwasser im Gefrierschrank.

Des weiteren kann man sich bei wechselwarmen Wirbellosen zunutze machen, dass sie bei niedrigen Temperaturen in einen Kälteschlaf fallen, in dem ihre Körperfunktionen so weit heruntergeregelt werden, dass man davon ausgehen kann, dass die Reizweiterleitung stark verlangsamt ist. Ein zu erlösendes Tier wird also erst in den Kühlschrank gesetzt, wo es in eine Kältestarre fällt, und dann erst in den Gefrierschrank, um es vollends abzutöten. Alternativ kann man natürlich eine Salzeiswasserlösung herstellen (siehe oben), solange das Tier im Kühlschrank sitzt, um absolut auszuschließen, dass das Tier den Gefrierprozess doch mitbekommt.

Nelkenöl enthält als Hauptwirkstoff Eugenol, das in der Fischaquaristik schon lange als Betäubungsmittel für Fische bekannt ist. Es kann auch bei Krebstieren eingesetzt werden und führt bei ihnen in hohen Dosen ebenfalls zum Tod. Man sollte auf jeden Fall mit einer sehr niedrigen Dosierung beginnen (1 Tropfen auf 1 Liter Wasser), um so die Tiere erst zu betäuben und Stress auszuschließen. Sind sie regungslos, kann man nachdosieren oder sie zur Sicherheit einfrieren.

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3 Kommentare

  1. Sollte die Seite nicht ausschließlich von sehr, sehr zart besaiteten (und ein bisschen doofen) Veganern gelesen und betrieben werden, verstehe ich den ganzen Artikel nicht. Abgesehen von dem leider notwendigen Hinweis die Tiere nicht im Klo runterzuspülen ist der Rest doch lächerlich.
    Eine Fliege drückt auch jeder tot ohne nachzudenken, warum sollte man da Garnelen, Schnecken und Co. betäuben bzw. in Kältestarren versetzten? Das klingt in meinen Ohren alles nach mehr Quälerei als ein beherzter kniff zwischen Daumen und Zeigefinger direkt im Kescher. So ein Geschiss wird nicht einmal um Säugetiere gemacht die sich 95% der Aquarianer morgens auf einem Brötchen reinpfeifen. Willkommen in der Realität Herr Bauer.

    In diesem Sinne
    Volker

    1. Hallo Volker, erst einmal, du schreibst hier mit FRAU Bauer (was vielleicht das eher Zartbesaitete erklärt?).
      Schön, dass du deine Tiere so schnell und unkompliziert um die Ecke bringen kannst. Für die ist ein schneller Tod grundsätzlich das allerbeste. Leider können das aber nicht alle Halter – ich kenne genügend Leute, die es nicht übers Herz bringen, eine Garnele zu zerquetschen. Und selbst wenn … spätestens bei einem größeren Krebs, einer Krabbe oder einer Apfelschnecke funktioniert das dann nicht mehr. Da bleibt dann nur eine andere Lösung. Warum die von mir beschriebenen Methoden Quälerei sind oder eher nicht, kannst du im Artikel nachlesen.
      LG Ulli

  2. Hallo,also ich bedanke mich für den Artikel und kann den Beitrag von Volker nicht nachvollziehen,ein schmerzloser Tod sieht für mich jedenfall anders aus.
    Liebe Grüße Viola

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